Predigtgedanken zum 4. Sonntag nach Ostern

Lukas 24,50 Und er führte sie hinaus bis in die Nähe von Betanien. Und er hob die Hände und segnete sie. 51 Und es geschah, während er sie segnete, dass er von ihnen schied und in den Himmel emporgehoben wurde. 52 Sie aber fielen vor ihm nieder und kehrten dann mit grosser Freude nach Jerusalem zurück. 53 Und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Es wär vilicht gar nid ufgfalle, wenn dr Himmel wie anderi Johr voller Flugzüg wäri gsi. Aber es isch es Flugjohr. Dr Maichäfer oder besser die Maichäferin fliegt. Sie dörfe no fliege, au wenn sie dr Abstand längschtens nümme chönne ihalte, soviel chömme zur Erde us. Mir Mensche müesse wäge däm Virus am Bode bliibe, am Bode vo dr Realität. Die Lüt, wo würklich am Bode bliibe sind, wo mit dr Erde z‘tue hei, hei das Flugjohr natürlich scho lang gseh cho. Chum ei Schuufle Erde und Komposcht, wo nid mindestens drei bis vier Engerling sind fürecho: «Ich muess emol mit eme Gärtner rede, was me mit dene chan mache. Die Viichli in dr Nacht zum Nochber bringe isch jo langfrischtig au kei Lösig, und wenn’s drumm giengt die Insekte im zarte Jugendalter z’ässe, was jo hüte im Trend isch, wär ich vorübergehend Vegetarier.»

Wo dä Brummer do am oberschte Zwiig vom Johannisbeeristruuch churz vorem Wegflug gsy isch und wie en Jumbo uf dr Startbahn uf sis o.k. vom Tower gwartet het, do han ich eifach wieder einisch gstuhnt über das grosse Wunder vom Läbe, eis vo dr gröschte Naturwunder. Ob Maichäfer oder Schmetterling usschlüpfe, es liit en Zauber in dr Wandling vo dene Erdewürmer zu dene Himmelstürmer. Au dr Engerling verwandlet sich. Under dr Erde, ganz im Dunkle grabe sie ihri Gäng dure Gartebode und denn chömme si mir filigrane Flügel und gfächerete Fühler – dr Picasso hät si nid kunschtvoller chönne gstalte – zum Bode use und verschwinde brummend im Obehimmel.

Us dr Erde in Himmel. Usem Dunkle ans Liecht. Us dr Schweri in d‘Liechtigkeit. Us dr Engi in d’Wyti. Do chömme Gegesätz enenader nöcher. An Chrischti Himmelfahrt, an Uffert sind sich au Gegesätz nöcher cho: D‘Erde und dr Himmel, Dunkelheit und Liecht, Schwers und Liechts, Engi und Wyti.

Uf Erde, het Jesus vom Himmel verzellt, und gmahnt, es wäri Zyt, as dr Himmel uf die Erde chömmi. De Mensche, wo im Dunkle si gange, het er Liecht brocht und ihne dr Weg dur die lange Nächt glüchtet. Wenn es öperem im Läbe schwer isch worde, het er ghulfe trage und em Zöllner, em Levi het er s ganze Dorf in sini engi Hütte iglade. E mänge enge Geischt het e Horizonterwiiterig erläbt, wo mit Jesus gredet het gha. S’isch hüt no so. So mängem het er s’Läbe chönne chlei verwandle, chlei Liecht in Alltag broocht und Freud und Sinn. Er het dr Himmel uf Erde beliebt gmacht.

Im Himmel macht er’s gnau eso. Er macht de Himmelsbewohner d Erde beliebt. Er verzellt em Schöpfer, wie’s do unde goht. Bringt chlei Erde in Himmel und seit zum Biespiel: „Lueg vo däm läbe si dört unde. Si säie in d‘Erde und si ernte. Mir müesste wieder emol loh rägne!» Und scho isch dr Räge cho. «Dört sitzt scho länger öper hinder zuene Läde im Dunkle. Schick doch dini Liechtergstalte abe, as si ihm   d‘Läde uf tüend und bring em Liecht ins Läbe!“ Ich weiss jo nid, was er dört verzellt, aber es goht um euis Mensche!

Es würd dr Schöpfer numme d Hälfti wüsse, wär er nid selber uf dr Erde gsy und hätti selber gseh wie’s sine Gschöpf so goht do unde. Und für euis isches guet as mir es Stück vom Himmel immer scho in euse Herze und Gedanke wüsse, will dr Schöpfer ein vo euis isch gsy. Si sind sich nöcher cho, dr Himmel und d Erde.

Nur das? Nur es Bitz nöcher cho? Nei, wenn du an Maiechäfer dängsch, so müesst mer sogar säge, mir Mensche sind uf Erde au scho Himmelswäse und wenn mir denn am Läbesobe dört am Horizont verschwinde, denn bliibe mir doch immer au no Erdebürger. S‘git nur ei Seel, uf Erde wie im Himmel. Nur isch si mängisch so und mängisch so und einisch do und einisch dört und es isch nid s’gliiche, wenn du vo usse luegsch und doch git’s nur eini, isch d Seel die glichi, wenn chlei dri iine gsehsch. 

Als Chind – ich has zwar nie so recht verstande, wo Pommerland isch gsy, und au unsere Vater isch nie im Chrieg gsy und d Mueter isch au nie in Pommerland gsy – als Chind hei mer amigs z’Obe zum Ischlofe no das Liedli gsunge:

„Maykäfer, flieg! Der Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommerland.
Und Pommerland ist abgebrandt. Maikäfer, flieg!“

Chinder hei ei grossi Urangscht in sich. Es isch d Angscht, s Läbe chönnti nid ewig so wiiter goh, wie’s in dr Chindheit isch. Mueter und Vater werde einisch go. Das isch au es Stück wiit realitstisch. Im Grund gnoh, tief in siner Seel, weiss jedes Chind, as einisch dr Moment wird cho, wo mer Vater und Mueter muess los loh. Das Chind frogt sich: „Han ich d’Chraft derzue? Schaff ich das?“

Dr Maiechäfer, wo fliegt, git em Chind en Ahnig vo dr Chraft und dr Macht Gottes, wo ihm im rächte Moment loht Flügel loh wachse, Flügel wo s Chind über dr Horizont vo dr Chindheit und Jugend usetrage ins Läbe und wyt drüber use bis an Saum vo Gottes Sterne- und Himmelschleid. Und wenn mer sälber einisch am Endi vom Johannistrieb sind acho, wird au uns Gott die Flügel loh wachse, wo euis über dr Horizont use in Himmel trage. Bliibed gsund und Gottes Säge! Christian Bühler