Der heilige Joachim

Die Kinderlosigkeit der Ehe Joachims(1).

In den »Geschichten der 12 Stämme Israels« war die Rede von Joachim, der war sehr reich und brachte seine Gaben im Tempel stets doppelt dar, indem er sagte:
»Was dabei zuviel ist, mag dem ganzen Volk zugute kommen, und was auf meine Vergebung der Sünden entfällt, das gehöre dem Herrn zur Sühne für mich.«
Der Große Tag des Herrn war aber herbeigekommen, und die Kinder Israel brachten ihre Gaben dar. Da trat Rubim vor ihn hin und sprach:
»Du hast keinen Anspruch, als erster deine Gabe darzubringen, weil du keine Nachkommenschaft in Israel geschaffen hast.«
Und Joachim wurde sehr betrübt und ging fort zum Zwölf-Stämme-Buch Israels mit dem Gedanken: »Ich will doch das Zwölf-Stämme-Buch Israels einmal ansehen, ob ich ganz allein keine Nachkommenschaft in Israel geschaffen habe.«
Und er forschte nach und stellte von allen Gerechten fest, dass sie Nachkommenschaft in Israel hatten erstehen lassen. Und es kam ihm vom Erzvater Abraham in den Sinn, dass Gott ihm wenigstens noch am letzten Tage einen Sohn, den Isaak, gegeben hatte, und Joachim wurde sehr betrübt und zeigte sich seinem Weibe gar nicht, sondern begab sich ohne Abschied in die Wüste: dort schlug er sein Zelt auf und fastete 40 Tage und 40 Nächte. Er sprach bei sich:
»Ich will nicht hinabsteigen weder zu Speise noch zu Trank, bis mich der Herr mein Gott gnädig heimgesucht hat; so lange soll das Gebet mir Speise und Trank sein.«
Ev. Des Jakobus

Predigt zum heiligen Joachim