„Der humane Kosmos kennt auch ein oben und Unten.“

Kurt Marti. Der Berner Pfarrer und Dichter

Kurt Marti war mit seinen kurzen, aber prägnanten Gedichten, geprägt von Scharfsinn, Humor und poetischem Talent, ein Kind seiner Zeit. Die Kirche hatte den Ruf einer „linken“ Organisation. Kurt Marti trug wesentlich zu diesem Ruf bei. Er kritisierte den Kapitalismus und stand stets auf der Seite der Schwachen. Der Krieg in Vietnam, die Verarmung des Südens, die Bedrohung der Menschheit durch die Atomwaffen, Dienstverweigerung, Namen wie Ernst Cincera, Verweigerung der Professur an der theologischen Fakultät Bern usw. Erinnern sie sich? Die Welt war zweigeteilt. Die Diskussionen waren heftig, oft giftig, aber tiefgründig und intensiv zugleich. Kurt Marti stand wie viele andere mitten drin. Trotz seines klaren Profils passt er nicht in das gängige links – rechts Schema, denn sein Denken und seine Poesie verweisen auf eine weitere, zeitlose Dimension:

 „In dieser Perspektive werden Bezeichnungen wie Links und rechts nicht überflüssig, doch bleiben sie zu flach, zu zweidimensional. Der humane Kosmos kennt auch ein Oben und Unten.“ Kurt Marti