„Die Rückkehr der Vögel“ Gedanken zum Fastenkalender 2021

Einer der weltweit bekanntesten Schweizer Kunstmaler ist Alois Carigiet. Während wir Johanna Spyri das Heidi verdanken, hat Carigiet den Schweizer als Schällen Ursli bekannt gemacht. Auf der ganzen Welt werden wir Schweizer als mutige, fröhliche und wackere „Bergkinder“ wahrgenommen, die in einer intakten Bergwelt leben, in entlegen Alphütten immer ein Stück Brot finden, am Abend glücklich den Eltern in die Arme fallen und am 1. März im Dorf den Winter austreiben.

Wer die Bilder von Carigier genauer anschaut bemerkt bald einmal die vielen Vögel. Schneehühner sitzen unter verschneiten Wettertannen, Auerhähne erheben stolz ihren Kopf zum Balzruf, ein Habicht sitz dem alten Mann auf der Schulter und diebischen Elstern stehlen Flurina gar das Nähzeug. Die Vögel leben mit den Menschen in Carigiets Welt zusammen, kommen bis auf die Fensterbank, wie unser Häher auf dem Bild von 1946.

2021 sind wir immer noch ein wackeres Alpenvölklein von Heidis und Urslis. Aber es kommen eindeutig weniger Vögle auf unsere Fensterbänke. Wenn wir wie auf dem Kalenderblatt vom 22. März beschrieben in Haiti helfen die Wälder aufzuforsten, dann kehren dort die Vögel zurück. Forstwart Mervil freuts. Ob auf Haiti mit einer Spende für die Wideraufforstung verödeter Berghänge oder bei uns in der Schweiz mit einem sorgfältigen Umgang mit der Natur: Es ist Zeit, den Vögeln die Rückkehr zu ermöglichen.

Es ist wunderbar, wenn ein japanisches Kind den Schällen Ursli kennt. Es ist aber ebenso wunderbar, wenn unsere Kinder eines Tages noch wissen, wie ein Eichelhäher aussieht oder vielleicht sogar ein Wiedehopf.  Pfr. Christian Bühler