„E pflatschvolli Chille!“

Endlich wird es wieder ein Gedränge geben im Weihnachtsgottesdienst! Das gehört einfach dazu.

Natürlich geniessen wir die «Stille Nacht». Aber eine «pflatschvolle Kirche» gehört eben auch zur Weihnachts- und Adventszeit!

Damals herrschte ja auch ein grosses Gedränge am Himmel über dem Stall. Auf den Wolken war jeder Platz mit einem Engel besetzt, und die Sterne rückten so nahe zusammen, dass die Menschen glaubten, der Bethlehem Stern hätte einen Schweif. Es war aber die Sternenschlange an der Himmelstür über dem Stall. Geduldig standen die Sterne an und zeigten ihre frisch zertifizierten und geputzten Strahlen.

Damals herrschte sicher auch ein grosses Gedränge auf den Strassen nach Bethlehem. Es stauten sich Hirten mit ihren Schafen, es stauten sich gar Könige auf ihren Kamelen, es stauten sich die Bürger von Bethlehem, die sich in die Steuerlistendes Augustus eintragen liessen und es stauten sich die Verwandten des Joseph. Denn der Stammbaum des Joseph aus dem Hause Davids war sehr lange. Alle wollten dem jüngsten Spross ihre Aufwartung machen.

Ja, wenn der Erlöser kommt, kommt vieles ins Fliessen, werden Menschen bewegt von der Liebe Gottes, und gehen die Unscheinbaren auf die Strassen geleitet vom Hoffnungsschimmer auf ein Leben in Würde. Wenn der Erlöser kommt, verlassen die Räuber ihre Höhlen und die Feinde steigen aus ihren Gräben, steht die Bettelnde auf im Dunkel und tritt unter das Licht der tausend Himmelslaternen, die die Strassen der Welt mit Gerechtigkeit erleuchten.

Ja, wenn der Erlöser kommt, wird ein Gedränge sein auf den Strassen der Welt und keine bleibt allein. Darum ist so ein Gedränge noch heute an Weihnachten einfach auch etwas Schönes. Das Leben drängt ans Licht, an jenes Licht, welches in jener Nacht erschienen ist!  Noch ist es still auf der Erde. Aber es wird ein grosses Gedränge sein, wenn das erlösende Licht kommt und uns weckt!

Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten und Gesundheit und Frieden im neuen Jahr! Pfarrer Christian Bühler