Mani Matter und der Mann, von dem die Leute sagten: «Däm spinnts!»

Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, an Weihnachten 2020 dürft ihr in der Kirche keine Lieder singen, weil kein Geringerer als der Bundesrat selber dieses strengsten verboten hat, ich hätte wohl mit Mani Matter gedacht: «Däm Ma, däm …» Nun sie wissen, was ich meine. Leider hatte er recht. Und so wie die Leute rings um die Arche vor verschlossenen Türen standen, so blieben die Münder im Weihnachtsgottesdienst verschlossen.

Das Jahr 2020 hat uns gelehrt, dass beinahe nichts unmöglich ist. Das Jahr 2020 hat uns bewusst gemacht, dass unsere Welt sich ändern kann, von einem Tag auf den andern. Das Jahr 2020 hat vieles verändert, nicht nur in der Welt, auch in unseren Köpfen.

Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass nicht wieder gesagt werden muss: «Und me begrift, dass d Lüt hei gseit, däm Ma däm spinnts!» Es wird immer etwas Neues kommen. Aber gleich so? Ich wünsche uns, dass die Veränderungen, die für das Leben nötig und sinnvoll sind, die vielleicht schmerzhaft und belastend sind, so dosiert daher kommen, dass wir sie gedanklich und seelisch verkraften und verarbeiten können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit Mani Matters Noah ein etwas weniger «gspunnes» neues Jahr.

Lang ischs här da het mol eine öppis afa boue
öppis wie ne grosse chaschte de lüt wo si cho gschoue
hei ne gfragt was sel das gäh es Schiff het dise gseit
aber sisch keis meer gsi und kei See dert wiit und breit

Und me begrifft das d’lüüt hei gseit däm Maa däm spinnts

Und si hei d’chöpf ersch rächt gschüttlet wo das Schiff do später
het e längi übercho gar vo drüühundert Meter
füfzig Meter breiti drissig höchi und do noh
sitlich i dr Wand e grossi Tüüre dri isch cho

Und me begrifft das d’lüüt hei gseit däm Maa däm spinnts

Und si hei ne gseh its Schiff näh Löie und Giraffe
Nachtigalle Zebra Elefante Söi und Affe
Schlange Chüe Rhinozeros Gazälle Dromedar
Känguru und Kolibri vo allem gäng es Paar

Und me begrifft das d’lüüt hei gseit däm Maa däm spinnts

Und wo d’Tier si drin gsi isch är sälber de mit sine
Söhn und sire Frou und sine Schwigertöchter ine
d’Lüt hei sich versammlet und g’holleiet usse draa
wo n’är hinter sich die grossi Tüüre zu het daa

Und me begrifft das d’lüüt hei gseit däm Maa däm spinnts

Aber druuf hets afa rägne wie no nie uf Ärde
langsam het me d’fluet gseh schtige und gäng höcher wärde
mau noh het dr Maa im Schiff ghört rüefe löht üs dr
iiaber gli isch zäntume ne totestilli gsii