„Sieh das Gute liegt so nah!“

Bild: (von links) Noa und zwei Pinguine auf der Arche. Primarschüler Wenslingen

In einer Welt, in der immer mehr wissen, wer gut und wer böse ist, kann es doch einmal ganz sinnvoll sein, Kinder zu fragen, wer denn mit auf die Arche darf. So geschehen im Religionsunterricht. Natürlich gehören alle Tiere, von jedem ein Paar auf das Rettungsbot. Mit Ton und viel Hingabe wurden ein paar Passagiere geschaffen. Es kann ein Zufall sein, aber die Pinguine im hohen Süden haben wohl eine Rettung sehr bald nötig, ebenso ihre Kollegen die Eisbären im hohen Norden.

Etwas kniffliger wird es, wenn es darum geht, zu entscheiden, wer von den Menschen damals  und heute wohl mitfahren würde. Aus heutiger Sicht, und weil Gott ein gnädiger Gott der Liebe ist, und weil er es nach der grossen Flut versprochen hat, ist für jedes Erdenkind ein Platz reserviert und das Tor der Arche steht allen weit offen.

Ich wollte dennoch von den Kindern wissen, welche Charaktereigenschaften von Kindern sie als „gut“ oder „böse“ bezeichnen würden? Hier ein paar Antworten:

Als böse Taten werden genannt: Mit Flaschgeld zahlen (die Medien haben berichtet), andere herumkommandieren oder ausschliessen, einander auslachen, lügen oder anderen Sachen wegnehmen. Eines meinte auch, man staunt, worüber sich Kinder Gedanken machen, dass Bombenlegen oder Feuerlegen keine wirklich guten Sachen sind.   

Gut hingegen sind aus ihrer Sicht Kinder, die ihren Eltern helfen, die ehrlich sind, nicht alles wollen, ihre Hausaufgaben machen, den Eltern zuhören und niemandem dreinreden.

Das Fazit dieser kleinen Umfrage unter Kindern ist, dass die Schwelle für die guten Taten viel niedriger ist, als für die schlechten. Wieviel einfacher ist es doch, den Eltern zu helfen, als anderen Sachen wegzunehmen, die Hausaufgaben zu machen, als mit Falschgeld im Volg zu zahlen.

Darum gilt noch immer: „Sieh das Gute liegt so nah!“ Ja, die Arche steht uns allen offen und die Schwelle ist doch nicht allzu hoch. Christian Bühler