Von ferne schauten Frauen zu…

„Von ferne schauten Freuen zu, unter ihnen Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und von Joses, und Salome. Markus 15,40

Zuschauen hatte einst zwei Bedeutungen. Eine ging uns verloren: Zu etwas schauen im Sinne von sich kümmern um. „Gang du nur go schaffe, ich lueg zu de Chind!“ und Mann kann sicher sein, dass jene Mutter nicht nur zuschaut, wenn ihre Kinder mit Streichhölzern spielen. Die andere Bedeutung hat die Welt erobert und uns zu perfekten Zuschauern gemacht. Wir können zuschauen, wenn Roger Federer seinen Sieg beweint oder wie ein Polizist einen Schwarzen vor laufender Kamera ersticken lässt. Noch nie hatte die Welt so viele Zuschauer wie heute. Wer aber schaut zu den Kindern, die heute auf der ganzen Welt mit dem Feuer spielen?

Machen wir es doch wie die Frauen, die damals „von ferne zuschauten“. Zuschauen ist das eine. Nachschauen, was wirklich ist, ist das andere. Gehen wir mit den Frauen am Ostermorgen auch noch nachschauen. Diese Frauen liefen nicht davon. Sie blieben keine Zuschauer. Sie schauten auch nach, was da wirklich passiert war mit Jesus, mit jenem Menschen, der auch nach ihnen schaute, nach den Unsichtbaren, Randständigen, Vernachlässigten und Opfern der Geschichte.

Denn …. Wer nicht nur zuschaut, sondern auch nachschaut, wird überrascht sein, was es mitten in der Trauer, dem Dunkeln und Kalten zu schauen gibt: Knospen mitten in dunkler Erde, Tautropfen nach langen, kalten Wintern, Menschen mit neuem Mut und originellen Ideen, Worte voller Hoffnung und Heilung, Geschichten von neuem Leben, Auferstehung mitten an jedem Tag.

D‘Fraue

Zueluege tüen si

Zueluege vo wytem

Wie si dä ans Chrütz packe

Wo zu ihne gluegt het

Zueluege vo wytem

Wie si dä usschaffe

Wo de Mächtige z’nöch isch cho

So nöch isch dene aber

Wo vo wytem gluegt hei

dä by wytem nieme gsy

wie denn, wo er gange isch.

Pfr. Christian Bühler