gsägneti Ostere

En Oschterpredigt darf ich das Johr keini schriibe. Dr Krisestab het Asammlige vom meh als fünf Lüt verbote. Me chönt zwar selbscht z‘fünft no Oschtere fyre. Me chönti sich jo denn in dr Chille verstecke und anstatt Hase, en ander sueche zwüsche de Bänk. Aber do muess jo niemert predige derby. Nei, es git kei Oschterfiir das Johr.

Also han ich für einisch dr Computer mit dr Motorsagi, em Gertel und em Spalthammer vertuschet und bin an unter Wolberg go Holz rüschte für’s Oschterfür. Mir hei nämmlig in dr Chillepfläg beschlosse, as das Johr dört am Oschtesamschtig am Obe söll es Für brenne, wo alli chönne gseh. Vielicht gseht’s jo au no öper vo Rüneberg, aber das nämme mir in Chauf. Sie chömme jo au vo dört in Bibelläsekreis. Anstatt en Oschterfiir git’s das Johr en Oschterfüür.

Nach es paar Telefon mit de Waldbsitzer und zueständige Behörde bin i vor eme Huufe altem Holz gstande. Es goht em Holz im Wald nid andersch, als alle andere Sache, wo me mol einisch uf d Syte tue het, will me spöter denn öpis het welle druus mache: Es bliibt ligge und schloot Wurzle. Es het gstäubt, wo i dr Gertel in obere Rugel gschlage han. Under dr Rinde hei d Chäfer fliisig Sagmähl gmacht.

Aber bald sind die erschte morsche Rugel ufem Weg gläge und hei sich geduldig in ihr Schicksal gschickt. Erstuhnlig viel Widerstand het das düre alte Holz em Spalthammer bote. Nach viele Johr am Computer sind vielicht au d Schläg nümm ganz so präzis gsy. Dr Hammer het chlei glotteret am drochnige Stil. Schliesslig sind aber die Spältere doch no uf dr Biigi gläge. I bi froh gsy, han i zwei Fläsche z trinke mit gnoh gha.

Aber denn sind die andere fürecho. Hindere däm morsche Holzhufe sind es paar alti Wurzelstöck gläge. Die hei sich erstuhnlich guet ghalte all die Johre. Dr Förschter het immer gseit, s‘isch mit em Holz, wie mit de Lüt, d‘Chnorzi läbe am längschte. Und denn het mer als Lehrling halt gmacht, was d‘ Chind mit em Röselichöl gmacht hei, wo si nid hei welle ässe, me het die Chnorzi eifach lo verschwinde, damit me se nid het müess verwerche. 

I verzell do kei Gheimnis, aber dört obe am undere Wolberg het’s jetzt zwei Hüfe. Uf em eine liit‘s Holz für’s Füür, wo sich guet het lo spalte. Uf em andere ligge die Wurzelstöck und Zwysel, wo uf kei Art und Wys hei welle usenenader gheie. Bin jo au nur en Mensch und d‘Nochwelt muess jo au no Holz ha.

Wo ich die beide Hüfe so aluege, do muess i das Wort usem Jesaia dänke: „doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.“ Jesaia 6,13

Es isch mit dene Chnorzi wie mit de Bibelvers bim predige. Die wo mer guet verstoht, die legge mer gärn us, aber die wo mir mit keiner Psychologie und symbolischer Dütig chönne verwerche, die bliibe ewig ligge. Aber sind nid grad die sperrige Vers die tiefsinnige?

Isch nid grad das, was euis hert achunt, das wo mer nid chönne verstoh, au das wo länger anehebt im Läbe? Das gilt doch au fürs Läbe. Dört wo mer am Bode sind gsy, die Zyte sind am schwerschte z’ verdaue. Wo üs s’Läbe sperrig isch vorcho, wo es nid so isch gange, wie mir hei welle, wo mer hei müesse Abstrich mache oder sogar ufgeh, wo me sich dra d Zähn usbisse het, die Erfahrige sind bsunders nochhaltig.

Liit nd in jedem Läbe es Stück Holz, wo me het müesse ligge loh? Het nid jedes öpis in sim Härz, wo nonig ganz verschaffet isch? Die schwere Zyte bliibe lang im Läbe ligge. Wer schafft nid immer wieder an de gliiche Froge umme und denkt: Ich chum elleig nid wiiter?

Aber dr Prophet het gmeint, as grad dört, en Neuafang chönti si? S bruucht ordlig Zyt und s Läbe lang Geduld. Es git halt Sache, wo numme Gott verschaffe chan in üs. Mir verschaffes, aber er verwandlets. Mir spalte s’Holz, er chas zu Erde mache. Jo, wenn dört, wo die Chnörz hütt ligge, wieder Humus isch, wachst neuis Läbe druf. Wenn Gott in euis euses Leid und euse Chummer het uf sinsi Art verwärchet, denn wachst dört druf e neue Baum am Oschtermorge.

Sie hei das Holz vom Chrüz sällmol sicher schnell zu Brennholz gschittlet und verbrennt. Vo däm Holz isch glii nüt me umme gsy. Aber dr Wurzelstock, wo si ins Grab hei gleit, dä het chlei länger ghebt. Er isch zum Bode worde vo dr Hoffnig für die Arme und vom Troscht vo de Truurige und zur Freud vo de Friedfertige und Grächte.

Ich wünsch Euch Gottes Säge, sunnigi Oster mit chlei Räge und bliibet gsund! Pfr. Bühler

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